Dienstag, 13. September 2016

Eine Decke voller Kindheit

Die Kleidung meiner Kinder war für mich nie nur eine Hülle gegen Kälte oder Schmutz. Ich habe hingegen mit vielen Kleidungsstücken besondere Ereignisse verbunden, sie Stück für Stück selbst ausgesucht, genäht, nach eigenen Wünschen bedrucken lassen oder mit den Kindern gemeinsam verschönert (vor allem Oberteile). Deshalb habe ich die schönsten oder erinnerungsträchtigsten T-Shirts nie weggeworfen, sondern "für später" aufgehoben. Dieses "später" war dann im Frühsommer plötzlich da: die Jugendweihe unseres Großen. Was würde besser passen, als ihn im wahrsten Sinne des Wortes "eingekuschelt in seine Kindheitserinnerungen" auf den Weg in den nächsten Lebensabschnitt zu schicken? Gesagt, getan. Aus 28 T-Shirts von Größe 86 bis 158 wurde eine große Tagesdecke:

Es geht links oben mit dem ältesten T-Shirt los und hört unten rechts bei einem der letzten abgelegten auf. 

Einige ausgewählte Shirts im Detail (v.o.l.n.u.r.): Die beiden oberen Teile stammen von ein und demselben Shirt, das sich unser Großer als kleines Kindergartenkind zum Indianerfest im Kindergarten selbst bemalt hat. Er gab sich selbst den Indianernamen "Rosa Stern", weshalb ich das Sternchen aus Filz appliziert habe. Das orangefarbene T-Shirt darunter war ebenfalls ein Kostüm, nämlich das eines Tigers. Da unser Sohn Kostüme eigentlich nicht mochte, habe ich sie immer aus normalen Sachen gestaltet, so dass er sich erstens nicht so verkleidet vorkam und sie zweitens auch danach noch anziehen konnte. Denn das wiederum mochte er sehr. Das grüne Shirt ist das Schul-T-Shirt der Grundschule, darunter das Shirt eines sehr berühmten Animationsfilmes und ein Mitbringsel von Papas erster Dienstreise zu den Cowboys *ggg*. Auch einige hübsche Labels der Shirts habe ich eingearbeitet.

Damit die einzelnen Shirts erstens besser zur Geltung kommen und zweitens die Vorderseite nicht nur aus labberigem Jersey besteht, habe ich jedes "Bild" mit Baumwolle gerahmt. Dafür habe ich einen Vorhang blau gefärbt, denn so große Mengen hatte ich von keinem Stoff da. Für die 7 Meter Binding musste es ja auch noch reichen.

Die Rückseite besteht aus einer sehr kuscheligen dunkelblauen Microfleecedecke, wodurch sich das Füttern mit Vlies o.Ä. erübrigte. (Der Nachteil ist, dass die Decke nun mit der T-Shirt-Seite nach unten auf der Matratze liegt, weil die Rückseite ja so schön kuschelig ist :o )

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Werk und mein Großer war auch total begeistert!

Deshalb: Ab damit zum Creadienstag.

Samstag, 2. Juli 2016

Der Himmel über Hellerau

An einem der letzten Wochenenden hatte ich seit Langem mal wieder ganz viel Zeit für mich, denn meine Familie war in die unterschiedlichsten Richtungen ausgeflogen. Deshalb machte ich mich spontan zu einer großen Wanderung auf, die vom Dresdner Wander- und Bergsteigerverein organisiert wurde.

Los ging es in einem privaten Vorgarten eines Vereinsmitgliedes in Hellerau. Das erste Stück führte über sonnige Feldwege (Bild ganz oben), durch neu gebaute Siedlungen nahe des Flughafens, bis es schließlich in den Wald ging. Knifflig an der Streckenführung war, dass die Wanderzeichen ständig wechselten und man ziemlich auf der Hut sein musste, ob man gerade dem roten Punkt, dem grünen oder dem gelben Strich oder den extra angebrachten roten Pfeilen folgen soll. Die schlecht kopierte, sehr grobe Karte, die ich am Start mitbekommen hatte, half mir leider kein bisschen und meine eigene hatte ich in der Aufbruchshektik zu Hause vergessen. So war die Tour etwas abenteuerlich und erinnerte manchmal an einen Orientierungslauf.

Dafür war ich (weil ich als allerletzte gestartet bin) ganz alleine unterwegs und hatte den Wald, die Felder, die Blumen, das Vogelgezwitscher und vor allem dir Ruhe ganz für mich allein. Das fand ich wunderbar.

Ich genoss den intensiven Frühsommerduft der blühenden Hecken und des Waldes, der durch die täglichen heftigen Regenfälle besonders stark war.

Ab und zu hielt ich an, um mit meiner Kamera die schönsten Blumen am Wegesrand festzuhalten, wie diese Knäuelglockenblume hier.

Bei einem kurzen Schauer stellte ich mich unter einem Baum unter und genoss den Ausblick auf Feld und Himmel.

Unterwegs kam ich an Häuschen vorbei, bei denen mich das plötzliche Auftauchen von Hänsel und Gretel oder dem Rumpelstilzchen nicht gewundert hätte *lach*.

Verwunschene Gärten mit gewundenen Wegen, fast reifen Kirschen und üppigen Blüten gab es überall.

Aber auch ganz moderne und doch zum Wald passende Architektur entdeckte ich.

Und überall Rosen, Rosen, Rosen

Pilzige Farbtupfer auf braunem Waldboden

Das große Krabbeln

Wilde Wolken zogen über den blauen Himmel, während die Sonne schön wärmte.
 
Ein Haus zum Verlieben!

Der Rückweg führte über die Gartenstadt Hellerau, ein ganz besonderes architektonisches Ensemble.


Lieblingsstraßenschild :-)

Gegen Ende meiner Wanderung zogen die angekündigten dunklen Gewitterwolken auf, aber ich hatte Glück und stand bei einem Regenguss genau unter einem großen Baum und war beim zweiten bereits auf dem Heimweg. 

Witzige Straßenmarkierung - aber wofür???

Am Ende war ich zwar sehr müde und spürte jede Bewegung in meinen Beinen, aber der Stolz über die geschafften 15 km überwog!


Verlinkt bei In Heaven.

Freitag, 1. Juli 2016

Mein Juli


Und schon ist er da, der Sommer. Mitsamt Sonnenschein, Erdbeerorgien und Schulferien. Und sonst so?

Ich werde

* Berge und Wasser, Städte und Freunde sehen
* baden gehen
* viel Eis essen
* die französische Küche genießen
* Geburtstagskinder besuchen & beschenken
* eine große Geburtstagsparty geben
* viel arbeiten
* Bewerbungen schreiben
* meine aktuelle Klasse verabschieden
* mir etwas Ruhe gönnen
* Neues lernen
* sportlich unterwegs sein
* zum ersten Mal Rainald Grebe live erleben

Genießt den Sommer!!!

Samstag, 18. Juni 2016

Sommerblüten & Eiskristalle

Auch diese Woche habe ich wieder einen schönen Strauß für Helgas blumigen Freitag. Wie fast immer steht er in der Küche, denn dort halte ich mich von allen Zimmern am meisten auf und habe dementsprechend am meisten von meinen Blümchen. Gepflückt habe ich sie direkt auf unserem Hof, denn den hat der Hausmeister anscheinend zu mähen vergessen. Während normalerweise auf raspelkurzen Rasen und exakt gestutzten Buchs Wert gelegt wird, blüht derzeit eine herrlich wilde Wiese. Mich freut's und ich denke mit einem weinenden Auge an den nächsten Montag, an dem das bestimmt ein Ende hat.

Meine wilde "Errungenschaft" steht in einer neuen Vase. Vergangene Woche war ich mit meinen Schülern auf Exkursion im herrlichen Schloss & Park Pillnitz. Dort entdeckte ich - obschon bereits mehrfach dort gewesen - zum ersten Mal ein Geschäft, das ausgesuchte Töpferwaren aus ganz Deutschland anbietet. Sofort war ich ganz begeistert von der besonderen Glasur der Müritzkeramik, die ich noch nie zuvor gesehen hatte.

Die Oberfläche der getöpferten Stücke erinnert an schimmerndes Glas, Kristalle und Eisblumen am Fenster. Jedes Stück ist ein absolutes Unikat und selbst für die Keramikkünstler Ute und Markus Böhm nach eigenen Angaben bei jedem Ausräumen des Ofens eine Überraschung.

Neben der kleinen Vase für mich habe ich noch einen Teller und eine große Teetasse für einen lieben, hier nicht mitlesenden ;-) Menschen zum Geburtstag erworben. Auf dem Geschirr sieht man den Kristalleffekt der Glasur ganz besonders gut.

Ich finde die Stücke wunderschön und könnte mir sehr gut vorstellen, ein ganzes Teeservice davon zu sammeln...


Dienstag, 14. Juni 2016

Unsere erste Jugendweihe

Vor fast 14 Jahren ist unser Großer "geschlüpft". Dieses Alter und den damit verbundenen neuen Lebensabschnitt wollten wir gebührend feiern. Am vergangenen Wochenende fand daher die erste Jugendweihe in unserem Hause statt. Wobei "in unserem Hause" nicht ganz richtig ist, da wir den großen Tag keineswegs in den eigenen vier Wänden verbracht haben.

Nach der offiziellen Feierstunde im schmucken Saal eines Dresdner Theaters fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein in den idyllischen Dresdner Stadtteil Leutewitz. In der liebevoll sanierten und zu einem Café umgebauten Mühle verbrachten wir den Nachmittag mit unseren Gästen. Zum klassischen Blechkuchen aus einer Dresdner Traditionsbäckerei wünschte sich unser Teenie eine Schoko-Sahne-Torte vom Konditor.

Als Motto zu diesem Tag, der ja die Schwelle von der Kindheit auf dem Weg zum Erwachsenwerden symbolisiert, habe ich das bekannte Goethe-Zitat verwendet: "Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel". Passend dazu habe ich die Tische mit Wurzeln und Flügeln, äh, Federn, dekoriert. Als Farbschema hatte sich der Jugendweihling warme Rot- und Orangenuancen gewünscht, die ich wegen der natürlichen Materialien mit Naturtönen kombiniert habe.

Auf jedem Platz lag eine Fasanenfeder, an die ich das Namensschildchen und ein zusätzliches transparentes Schild geknotet hatte. Außerdem erhielt jeder Gast ein Tütchen mit den Lieblingssüßigkeiten des Teenies als Gastgeschenk: Skittles und Salmiaklakritz, natürlich ebenfalls mit Federn dekoriert.

Die Tischkarten wurden nach dem Essen zu Überbringern guter Wünsche: Jeder Gast schrieb seinen Wunsch auf das Transparentpapier und steckte die Feder in einen rohen, vorgebohrten Holzscheit. Der steht nun im Kinder- pardon, Jugendzimmer und erinnert immer an den schönen Tag.

Als Kaffee und Kuchen abgeräumt waren, gab es eine Überraschung. Einer der Opas, seines Zeichens freischaffender Maler, hatte ein Bild zum gemeinsamen Malen vorbereitet. Auf und an den grob skizzierten "Lebensweg" konnten die Gäste nun nach Herzenslust zeichnen oder schreiben, was sie unserem Großen für seinen weiteren Weg wünschen. Von gutem Wetter über Schutzengel und gute Freunde bis hin zu freien Parkplätzen, Sternschnuppen und einem Lebenskompass war alles dabei, was man sich zu diesem Thema nur vorstellen kann. Als fröhliche Erinnerung hängt das wunderschöne Bild nun feierlich eingerahmt an einem besonderen Platz.

Nachdem wir die älteren Gäste verabschiedet hatten, ging das Feiern aber weiter. Gemeinsam mit allen Familien der Schulklasse zogen wir in den pompösen Ballsaal Lindengarten, wo ein festliches Buffet, etwas Programm und viel Musik und Tanz auf uns warteten. Die Jugendlichen saßen dabei an einem Extratisch und nicht etwa bei ihren Familien. Das kam sehr gut an.

Auch für die Feier im Hotel übernahm ich die Tischdeko. Wurzeln, Zweige, Efeuranken und Farnwedel wurden locker auf den Tischen verteilt. Daziwschen stellte ich kleine Töpfe mit gelben und oranbgefarbenen Blüten, die ich in Packpapier geschlagen hatte. Zusätzlich steckte in jedem Topf ein Federspieß mit einem passenden Spruch daran. An den Elterntischen war das unser Jugendweihemotto, für die Jugendlichen hatte ich die aktuellesten Chart-Hits auf sinnige Zeilen untersucht.

Diesen wunderbaren Tag werden wir so schnell nicht vergessen!

Verlinkt beim Creadienstag.



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